Klaus Koch ist Physiotherapeut, Manualtherapeut und Osteopath mit einem Master of Science in Osteopathie. Er unterrichtet Parietale Osteopathie am College Sutherland Berlin und leitet das College für Osteopathie (CFO). Seit 1988 ist er in der Physiotherapie tätig, seit 1994 in der Manuellen Therapie. Im Gespräch erzählt er, warum er die Osteopathie zuerst mit professioneller Distanz betrachtete, was ihn schließlich überzeugte und warum er mit 65 Jahren noch lange nicht aufzuhören gedenkt.

Was Klaus Kochs Weg besonders macht: Er kam nicht als Begeisterter zur Osteopathie, sondern als kritischer Manualtherapeut. Dass er heute das CFO leitet und täglich junge Menschen in diesen Beruf begleitet, ist das Ergebnis eines langen, nicht immer geraden Weges.

Osteopath und Dozent Klaus Koch vom College Sutherland und College für Osteopathi

Wie aus Skepsis eine Berufung wurde

Wie bist du überhaupt auf die Osteopathie aufmerksam geworden?

So richtig geradlinig lief das bei mir nicht. Ich komme aus der Manuellen Therapie. Schon 1997 haben wir uns mit der Osteopathie beschäftigt, fanden aber viele Inhalte zweifelhaft. Das ist typisch MT, wie ich heute weiß.

Was hat dich dann doch bewogen, den Schritt zu wagen?

Jan-Philipp Risop hat mich überredet, die Ausbildung beim College Sutherland zu machen. Das war um 2007. Die damaligen Dozenten fand ich schwierig. Dann bin ich nach Wien, zur WSO. Auch das auf Anraten von Jan-Philipp. Und dort sprang der Funke über. Ich habe dort einen Teil unseres jetzigen Dozententeams – Miriam, Lambrini und Ömer – kennengelernt und endlich auch die Osteopathie ins Herz geschlossen.


Wie ein Fach ein ganzes Institut verändert

Was hat das Studium mit deinem Blick auf den Körper gemacht?

Wenn man das Fach Abdomen wirklich ausarbeitet und unterrichtet, werden die palpatorischen Fähigkeiten immer besser. Je mehr man über den Organismus weiß und ihn wirklich versteht, umso erfolgreicher wird die Therapie. Das ist keine Floskel. Das ist eine Erfahrung, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe.

Du hast nach Wien aktiv an der Weiterentwicklung des CFO mitgewirkt. Was ist dabei entstanden?

Gemeinsam mit Jan-Philipp habe ich die damalige SFO (Schule für Osteopathie) umgebaut, die heutige CFO. Dirk Schmidt, Ömer und ich haben sehr viele Inhalte übernommen. In diesem Prozess hat sich auch die Qualität verändert. Wer selbst tief in ein Fach einsteigt, um es zu lehren, entwickelt sich gleichzeitig weiter.

Was war die größte Herausforderung auf diesem Weg?

Die Masterarbeit im Studium. Das war klar die größte Herausforderung.


Heute: Leiten, begleiten, weiterbehandeln

Was machst du heute und was erfüllt dich daran am meisten?

Ich bin jetzt 65 Jahre alt und freue mich, diesen Weg gegangen zu sein. Ich darf das CFO weiterhin leiten und junge Menschen in die richtige Richtung begleiten. Über die MTO — Manuelle Therapie nach dem osteopathischen Konzept, kann ich sie in die Osteopathie hineinführen und ihnen Einblicke in Ernährung und osteopathische Therapie geben. Und ich bin nach wie vor Physiotherapeut und arbeite einmal in der Woche direkt an Patienten. Wenn Kolleginnen nicht weiterkommen, kann ich helfen. Der Schatz der Therapiemöglichkeiten ist riesig.

Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, ob Osteopathie der richtige Weg ist?

Ich würde jedem empfehlen, das Studium in Vollzeit oder Teilzeit zu absolvieren. Wir brauchen Qualität in der Osteopathie. Und die Osteopathie ist die beste Möglichkeit, erfolgreich am Patienten zu arbeiten und gleichzeitig nachhaltige Belastbarkeit für sich selbst zu erreichen.

Was bedeutet Osteopathie für dich persönlich in einem Satz?

Bei mir ist es von anfänglichen Schwierigkeiten zu großer Liebe gekommen. Und ich freue mich, noch 10 bis 15 Jahre arbeiten zu wollen.


Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch

→ Skepsis kann ein ehrlicher Ausgangspunkt sein. Wer kritisch fragt, versteht tiefer.

→ Palpatorische Fähigkeit entsteht nicht durch Lesen, sondern durch Unterrichten und Behandeln.

→ Den Organismus als Einheit zu verstehen verändert die Qualität jeder Therapie.

→ Gute Begleitung macht den Unterschied — sowohl im Studium als auch in der Lehrpraxis.

→ Osteopathie ist ein Fach, das einen ein Leben lang beschäftigt und weiterentwickelt.


Interessiert an einem Osteopathie-Studium?

Das College Sutherland bietet drei Wege zur staatlich anerkannten Osteopathie-Ausbildung:

Berufsbegleitende Osteopathie-Ausbildung für medizinische Fachkräfte
B.Sc. Studium mit Abschluss in Osteopathie – Teilzeit für Berufstätige
B.Sc. Studium mit Abschluss in Osteopathie – Vollzeit für Schulabgänger

Standorte: Berlin, Hamburg, Stuttgart


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Klaus Koch ist M.Sc. Osteopathie und D.O., Physiotherapeut und Manualtherapeut. Er unterrichtet Parietale Osteopathie am College Sutherland Berlin und leitet das College für Osteopathie (CFO). Seit 1988 in der Physiotherapie tätig, begleitet er heute Studierende auf ihrem Weg in die osteopathische Praxis.

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