Nicolle Homann Osteopathie Ausbildung College Sutherland Dozenten Einblicke

Hinter jeder Behandlungsliege steht eine Geschichte. Hinter jedem palpierenden Handgriff liegt ein Weg voller Erkenntnisse, Zweifel und Durchbrüche.

In unserer Reihe Einblicke geben wir unseren Dozenten Raum für ihre Geschichten: Wie sie zur Osteopathie fanden. Was sie auf diesem Weg herausgefordert hat. Und welche Momente ihr Verständnis von Heilung und Berührung für immer verändert haben.

Nach Sebastian Schulze stellen wir heute Nicolle Homann vor.

Nicolle Homann, B.Sc., führt ihre eigene Privatpraxis für Osteopathie und manuelle Medizin in Salzgitter-Immendorf und ist Dozentin sowie Fachbereichsleiterin am College Sutherland. Ihre Reise zur Osteopathie begann während ihrer Physiotherapie-Ausbildung, als ein begeisterter Dozent ihre Neugier weckte.

Heute verbindet Nicolle traditionelle osteopathische Prinzipien mit wissenschaftlicher Forschung. In ihrer aktuellen Masterarbeit untersucht sie die Reliabilität und Validität der manuellen Palpation der Spina iliaca posterior superior (SIPS) und kombiniert dabei traditionelle Techniken mit modernster Technologie. Ihre Forschung stärkt nicht nur die wissenschaftliche Basis der Osteopathie, sondern auch die Ausbildungsqualität für kommende Generationen.

Im Gespräch erzählt Nicolle von Grenzen, die sie überwinden musste, vom Durchbruch durch das Cranio-Konzept und davon, was es bedeutet, die Philosophie der Osteopathie weiterzugeben.

Wie bist du überhaupt auf die Osteopathie aufmerksam geworden?

Während meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin. Einer meiner Dozenten befand sich parallel in der Osteopathie-Ausbildung – seine Begeisterung hat mich sofort angesteckt und neugierig gemacht.

Gab es einen Moment, in dem du wusstest: Das will ich machen?

In meiner täglichen Arbeit als Physiotherapeutin. Ich hatte mehrere Patientinnen und Patienten, bei denen ich trotz größter Bemühungen nicht weiterkam. Dieses Gefühl, an Grenzen zu stoßen, war frustrierend – und zugleich der Auslöser, nach umfassenderen Zusammenhängen zu suchen.

Gab es ein persönliches Schlüsselerlebnis?

Im Grunde ergibt sich das aus dem oben Beschriebenen: Die Erfahrung, trotz Engagement nicht weiterzukommen, hat mich nachhaltig geprägt und meinen Weg in die Osteopathie geöffnet.

Warum hast du dich für das College Sutherland entschieden?

Mein erster Start war an der IAO in Berlin, den ich nach 1,5 Jahren aus zeitlichen und finanziellen Gründen abbrechen musste. Ein befreundeter Physiotherapeut und Osteopath riet mir später: „Wenn du wieder anfängst, dann geh nach Hamburg ans College Sutherland.“ Diesem Rat bin ich gefolgt – und es war die richtige Entscheidung.

Was hat dich während des Studiums am meisten überrascht?

Wie viel Zeit, Energie und Hingabe dieses Studium erfordert. Rückblickend bin ich froh, dass ich das vorher nicht genau wusste – vielleicht hätte es mich abgeschreckt.

Gab es einen Moment, der dein Verständnis von Körper und Gesundheit grundlegend verändert hat?

Ja. Der Durchbruch kam für mich, als ich das Cranio-Konzept wirklich verstanden habe. Es hat meinen Blick auf Zusammenhänge, Feinheiten und die Bedeutung subtiler Wahrnehmung völlig verändert.

Wie hat das Studium deine Hände verändert?

Mein Fühlen ist heute auf einem ganz anderen Niveau. Die Wahrnehmung ist vielschichtiger, differenzierter und umfassender geworden. Es fasziniert mich immer wieder, was die Hände erfassen können, wenn man ihnen Zeit und Ausbildung schenkt.

Was war deine größte Herausforderung – und wie hast du sie gemeistert?

Während meines Studiums haben wir meine Praxis gebaut, mein Mann befand sich in Kurzarbeit und entwickelte einen Burnout. Es war eine Zeit voller Belastungen und Zweifel. Wie ich das genau geschafft habe, kann ich rückblickend kaum sagen – vermutlich durch eine Mischung aus Durchhaltevermögen, Unterstützung und dem tiefen Wunsch, meinen Weg weiterzugehen.

Was machst du heute – und was erfüllt dich besonders?

Ich arbeite als Osteopathin in eigener Praxis und als Dozentin für Osteopathie. Es erfüllt mich zutiefst, die Philosophie der Osteopathie weiterzugeben und junge Kolleginnen und Kollegen auf ihrem Weg zu begleiten. Mein Antrieb ist, die Osteopathie weiterzuentwickeln und in Deutschland langfristig zu stärken.

Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, ob Osteopathie der richtige Weg ist?

Für mich gibt es keinen schöneren Beruf. Der Weg ist anspruchsvoll und lang – aber er lohnt sich in jeder Hinsicht.

Wem würdest du die Ausbildung empfehlen?

Allen, die den menschlichen Körper wirklich verstehen wollen und Freude daran haben, anderen Menschen zu helfen.

Wenn du an einen Patienten denkst, bei dem du wirklich etwas bewirken konntest – was kommt dir in den Sinn?

Ein Gefühl von Dankbarkeit. Jeder dieser Momente ist für mich etwas Besonderes und bestätigt meinen Weg.

Was bedeutet Osteopathie für dich persönlich in einem Satz?

Osteopathie bedeutet für mich, den Menschen in seiner Ganzheit zu verstehen und ihm Wege zur Selbstheilung zu eröffnen – achtsam, respektvoll und mit einer Haltung, die weit über den Beruf hinausgeht.

Save-Worthy Tipp von Nicolle: Das Cranio-Konzept kann deinen Blick auf Zusammenhänge völlig verändern. Gib subtiler Wahrnehmung Raum – sie öffnet Türen zu einem tieferen Verständnis.

Dein Weg zur Osteopathie

Nicolles Geschichte zeigt: Der Weg zur Osteopathie ist nicht immer gradlinig. Manchmal braucht es Umwege, Herausforderungen und den Mut, weiterzumachen. Doch wer einmal angefangen hat, entdeckt eine Welt voller Möglichkeiten.


Interessiert an einem Osteopathie-Studium?

Das College Sutherland bietet drei Wege zur staatlich anerkannten Osteopathie-Ausbildung:

Berufsbegleitende Osteopathie-Ausbildung für medizinische Fachkräfte
B.Sc. Studium in Osteopathie – Teilzeit für Berufstätige
B.Sc. Studium in Osteopathie – Vollzeit für Schulabgänger

Standorte: Berlin, Hamburg, Stuttgart


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